"Eine Katastrophe!"

Uli Hoeneß irritiert mit seltsamer Nebelkerzen-Aktion

imageVon Ben Redelings
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Uli Hoeneß lief am Wochenende rhetorisch mal wieder heiß. (Foto: IMAGO/Ulrich Wagner)
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13.10.2026 | 07:00 Uhr
Das Unentschieden und die Umstände beim FC Augsburg waren am Wochenende unglücklich für den FC Bayern. Das weiß auch Uli Hoeneß. Und dennoch versucht er, auf seltsame Weise mit einer alten Diskussion abzulenken.

Was hat Uli Hoeneß da am Wochenende bloß wieder geritten? Seine Bayern spielen in Augsburg nur unentschieden und am selben Abend startet der große Bayern-Patron eine Diskussion, die eigentlich schon lange abgeschlossen war. Denn jahrelang hatten die Vereinsoffiziellen immer wieder lautstark geunkt, dass die Aufsplittung der Länderspiele in mehrere Blöcke den Rhythmus im Liga-Alltag stören und einen Spielfluss deutlich erschweren würde. Nun hat man die Länderspiele zusammengefasst - und wieder scheint man es, wenn man nach Uli Hoeneß geht, nicht richtig gemacht zu haben.

"Ich finde es von der UEFA eine Katastrophe, vier Wochen nach Bundesliga-Beginn schon zwei Wochen Pause zu machen. Wir haben 18 Spieler auf Reisen gehabt, dass da der Rhythmus verloren geht, ist doch ganz normal", polterte Hoeneß nach dem 2:2 beim FC Augsburg und machte damit ein Fass auf, dass kein anderer (so offensiv und vehement) am Wochenende als Ausrede geltend machen wollte. Und so scheint es, dass das Aufsichtsrats-Mitglied, wie so häufig in den letzten fast 50 Jahren, mal wieder eine Nebelkerze zündete, um von möglichen Diskussionen und Brandherden rund um das unbefriedigende Ergebnis in Augsburg abzulenken.

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Seinen Rundumschlag gegen die UEFA ("… ein alberner Wettbewerb wie die Nations League") erweiterte Hoeneß gleich auch noch um die FIFA, als er polternd feststellte: "Wir sind der große Leidtragende dieser langen WM. Unsere Spieler kamen ja sehr spät zurück, mussten dann in Urlaub gehen. Dann hat die Bundesliga erst am 25. August angefangen." Alles Dinge, die schon lange klar waren und in vielen Jahren auch nicht anders waren - vor allem, als die deutsche Nationalmannschaft noch regelmäßig bis zum Schluss bei großen Turnieren erfolgreich aktiv war. Dass die Bundesliga traditionell seit 1963 stets rund um den 24. August startet, ist auch nicht neu. Insbesondere nicht für die Bayern, die schon kurz nach ihren Bundesliga-Anfängen im Jahr 1965 immer das Problem hatten, eine Vielzahl von Nationalspielern zu stellen.

Hoeneß lenkt von hausgemachten Problemen ab

Übrigens: Der Tabellenführer der Liga, der SC Freiburg, der sicherlich in der Breite bei weitem nicht über einen so exzellenten Kader wie der Rekordmeister verfügt, musste immerhin auch zwölf Spieler in der Länderspielzeit abstellen. So lautstark wie Hoeneß haben die Breisgauer aber offensichtlich nicht geklagt. Und auch Bayern-Präsident Herbert Hainer sah die Sache einen Tag später wesentlich gelassener als der 74-jährige Bayern-Patron, obwohl er natürlich auch die besondere Belastung des Teams von der Säbener Straße nicht gänzlich wegdiskutierte: "Insofern gebe ich da Uli Hoeneß absolut recht. Trotzdem bin ich der festen Überzeugung: Am Ende des Tages zählt, wer zum Schluss vorne ist, und das wird der FC Bayern sein."

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Die Bayern werden, wie die anderen Teams in der Bundesliga auch, langsam wieder in den Rhythmus kommen und aller Voraussicht nach über kurz oder lang die Tabellenführung übernehmen. Daran wird auch die nächste Länderspielpause im November nichts ändern. Uli Hoeneß wird sich auf seine alten Tage nicht mehr ändern. Denn eine Sache hat er (fast) wieder geschafft: Statt über die hausgemachten Probleme mit Manuel Neuer oder über den frustrierenden dritten Platz in der Tabelle zu reden, diskutieren viele Fußballfans und Experten in Deutschland seit dem Wochenende über die "alberne" Nations League - als ob dieser Wettbewerb wie aus dem Nichts kommend vom Himmel gefallen wäre.

Man sollte sich viel lieber fragen, ob Hoeneß sich nach einem überzeugenden Sieg in Augsburg und von der Tabellenspitze grüßend am Samstagabend auch vor die Kameras gestellt hätte, um über die Länderspielpause und die bösen internationalen Verbände zu klagen? Eben. Aber mit seiner Nebelkerzen-Aktion hat der Aufsichtsrat der Bayern mal wieder geschickt von anderen Themen abgelenkt. Und am Ende war die Aktion auch gar nicht so seltsam. Sie war einfach nur typisch Uli Hoeneß!

Verwendete Quelle: ntv.de